Umbau Einfamilienhaus in Lenzburg


Ausführung 2025-2026


Das Einfamilienhaus mit Umschwung ist Teil eines Wohnquartiers aus den 1950er Jahren. Im Zuge des Eigentümerwechsels im Jahr 2008 wurde die kleine Küche durch eine grosszügige Wohnküche mit direktem Zugang zum Garten ersetzt. Zudem wurde das Badezimmer umgebaut.



In den darauffolgenden Jahren rückten die unzureichende Wärmedämmung und die veralteten haustechnischen Installationen des Gebäudes wiederholt in den Fokus.
Schliesslich haben sich, fast 20 Jahre nach dem Einzug der Familie, die Wohnbedürfnisse verändert. Der Auszug der jüngeren Generation ist absehbar und die grossen Estrichräume im Obergeschoss sowie das Büro im Erdgeschoss werden nur noch selten genutzt.



Die Eigentümer beschliessen, das Haus in ihren zukünftigen Lebensphasen weiterhin zu bewohnen und es entsprechend ihren räumlichen Bedürfnissen sowie zeitgemässen Energiestandards anzupassen.
Erhalten bleiben das Erdgeschoss, das Untergeschoss und die angebaute Garage. Der Bestand wird aussen gedämmt und erhält neue Fenster.
Das Obergeschoss mit Satteldach wird rückgebaut und durch einen Holzelementbau mit Flachdach ersetzt. Dadurch kann das gesamte Geschoss mit regulären Raumhöhen als Wohnfläche genutzt werden.




Im Obergeschoss entstehen durch die neue Raumaufteilung zwei grosszügige Zimmer und ein Nassraum für die Eigentümerschaft. Die neu gewonnene Wohnfläche wird zu einer eigenständigen Zweizimmerwohnung ausgebaut.
Diese verfügt über einen separaten Eingang und eine interne Erschliessung über eine Treppe im Bereich des ehemaligen Büros.



Die bessere Ausnutzung der Liegenschaft bedeutet für die Besitzer eine soziale Bereicherung, bringt finanzielle Vorteile mit sich und hat auch ökologische Auswirkungen: Durch die Schaffung einer zusätzlichen Wohnung auf bereits überbautem Grund wird ein Beitrag zum haushälterischen Umgang mit dem Boden geleistet. Trotz der Einliegerwohnung bleibt die bestehende Grünfläche mit ihrem Baumbestand und den Hecken erhalten.


Neben dem Fokus auf Funktionalität und Nachhaltigkeit, wurde Wert auf die Ästhetik gelegt. Die Aussenerscheinung wird geprägt durch die vorvergraute Holzschalung und die metallischen Fassadenbänder mit integrierten Fensteröffnungen und Schiebeläden. Das Gebäude wird nach dem Umbau als gestalterische Einheit wahrgenommen, in der sich Neubau und Bestand harmonisch miteinander verbinden.


Um die angebauten Gebäudeteile zusätzlich vom Hauptkörper abzuheben, wurde für ihre Holzschalung ein dunklerer Grauton gewählt. Die Oberfläche der rotbraunen Aluminiumbleche erscheint je nach Lichteinfall in variierenden Farbnuancen.



Die Photovoltaikmodule auf dem Hauptdach sind mit ausreichendem Abstand zur Dachfläche montiert, sodass die darunterliegende Begrünung und die vorgesehenen Sandnistplätze einen geeigneten Lebensraum für Insekten bieten. Auf dem Garagendach befindet sich eine höhere Substratschicht mit intensiver Dachbepflanzung.


Der geschützte Balkon erweitert den Wohnraum der Einliegerwohnung in den Aussenbereich.


Das Projekt basiert auf einem Konzept, das zukünftig mit minimalen Eingriffen eine Vielzahl an Wohn- und Nutzungsvarianten ermöglicht. Nebst der aktuellen Aufteilung in eine Familienwohnung und eine Einliegerwohnung kann die Liegenschaft beispielsweise auch mit je einer separaten Wohnung pro Geschoss, als Kombination aus Wohnen und Nutzung für ein stilles Gewerbe oder als Mehrgenerationenhaus genutzt werden.